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ES TAUT/ IT THAWS Jänner/Februar 2020 mit Sawaka Norii und Alice Proché, Kunstraum Bulp/1020 Wien

PLASTIKEN, SKULPTUREN UND RAUMSITUATIONEN
von Karin Hatwagner

 

Altbekanntes und Überraschendes
Die Verwendung von „Vorgefundenem“, dem „ready made“, den Resten der Zivilisation, kennzeichnet das künstlerische Schaffen von K.H.; Die Plastiken, Skulpturen und Collagen, werden in der künstlerischen Umsetzung zu einem Ambiente, welches Geschichten erzählt.
Der sensitive Umgang mit der Materie, dem bereits Weggeworfenen, ist wie eine „Behandlung“, in der durch Zuwendung und Wiederaufgreifen die Dinge verändert und verwandelt werden. In der zur „Schau-Stellung“ wird Prozesshaftes spürbar gemacht. Die Wertschätzung für die Vielfalt der Texturen, das Feinstoffliche, Existentielle, findet in den Assemblagen und Bildern ihren Ausdruck. Werden – und Vergehen ist impliziert, mit -gedacht und „mit-behandelt“, denn die Inspiration geht vom Material und seiner Beschaffenheit aus. Gegenstände werden wieder -verwendet und in neue Zusammenhänge gesetzt. Zeitgeistiges fließt in die Darstellung der Bilder und Plastiken ein. Aus diesem ergibt sich eine andere Sicht auf die Dinge. Altbekanntes erfährt in einem Perspektivwechsel, eine neue Bedeutung, eine „andere Geschichte“ ist entstanden, mit Zeichen aus der Vergangenheit und Inspirationen für zukünftige Möglichkeiten.

 

ES TAUT/ IT THAWS
Bilder und Objekte sind Teil der Ausstellung und kommentieren den Raum. Sie bilden ein Ambiente in welchem auf aktuelle Situationen wie: Ende des Winters, Tauwetter, längere Tage, mehr Licht, die Räumlichkeiten der Galerie, die künstlerischen Präsentationen, Bezug genommen wird. Die Kehrseite von mehr Licht und Wärme, jener hoffnungsvollen Tatsachen, ist die vom Menschen verursachte Klimaverschiebung und die Verschmutzung durch Licht und Giftmüll. Davon erzählt K.H. durch die Auswahl und Inszenierung der Objekte im Raum. So auch durch Interventionen, welche alltäglichen Handlungen etwas Rituelles verleihen.

 

Z. I. Pratgon